
Wie auch in den anderen Themenbereichen wollen wir hier keiner kompetenteren Enzyclopädie der Literatur Konkurrenz machen, oder diese nachahmen. Auf dem großen Gebiet der Literatur möchten wir hier nur einige Teilbereiche umschreiben und Beispiele geben, welche uns für die Darstellung des Charakters und der Identität unserer Länder wichtig erscheinen.
Die Struktur dieser Kapitel wird sich im Laufe der Zeit noch verändern. Mit den folgenden wollen wir einen Anfang machen und dabei auch Menschen, mit denen wir in Kontakt stehen, hier Gelegenheit geben, ihr literarisches Schaffen in oben beschriebenem Sinne darzustellen.
Literatur in Lateinamerika
Die lateinamerikanische Literatur ist gekennzeichnet von einer Sprache und der Reichhaltigkeit länderspezifischer Formen. Dabei gibt es wieder sowohl die spanischen, als auch die indianischen Einflüsse, die für die Literatur eine große Palette von Anregungen eröffnet, sich zu entfalten.
Wir möchten hier nicht umfassend über die lateinamerikanische Literatur schreiben, wie haben nur die Absicht unsere bekannten Schriftsteller, wie Gabriel Garcia Márquez oder Mario Vargas Llosa, usw. vorzustellen die sogar in deutscher Sprache gelesen werden können. Gleichzeitig wollen wir den weniger bekannten Autoren unsere Website für deren Präsentation anbieten.
Sagen und Märchen
Die Schlange mit den sieben Köpfen (Venezuela)
Diese sagenhafte Geschichte aus Venezuela und der Mythos haben ihre Ursprünge bei den Tamanacos-Stämmen – einem indigenen Volk im Orinoco-Flussgebiet. Dessen Herkunft und Lebensraum war nördlich des heutigen Bezirks Cedeño im Bundesstaat Bolivar.
Die Sprache dieses Stammes ist eine Kundschaft der Karibik, wird aber heute nichtmehr gesprochen.
Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten sie sich mit der jesuitischen Mission „La Encaramada“ in der Nähe des Dorfes „La Urbana“ an (noch immer Bundesstaat Bolivar).
Der Missionar war der italienische Jesuit Felipe Salvador Gilij, Autor eines Essays in 4 Bänden, von denen sich die ersten drei auf den Orinokofluss und dessen Gebiet, beziehen.
Amalivaca war der kulturelle Held der Tamanacos. Seine Taten sind in ihrer Gesamtheit von Gilij überliefert worden. Er lebte mit ihnen und beherrschte ihre Sprache.
Auf der Grundlage dieser Dokumentation wurden viele Artikel in Zeitungen und im Internet veröffentlicht. Ein Essay von Ramirez Sócrates erzählt folgendes:

„In der Mitte des Rios Orinoco, gegenüber zu Ciudad Bolivar, existiert ein Symbol der geologischen Beschaffenheit der Region. Die Einstein-Insel, bekannt als „La Piedra del Medio“ (Der Stein in der Mitte) , diese dient der „rivereños“ zur Markierung der Bewegungen von Ebbe und Flut. Diese steinfelsigen Insel haben eine Länge von 350 Metern von Ost nach West; 100 Meter breit, und eine Mindesthöhe von 52 Meter in der trockenen Saison.“ S. 97-106
Alexander von Humboldt nannte es „Orinocómetro“ wegen seiner Nützlichkeit für das Messen des Niveaus des Flusses. Er gilt auch als das magische Symbol des Orinocoflusses, und als der Sitz der Schlange mit den sieben Köpfen.
Zurzeit hat der Mythos, wegen der Ereignisse seit 1955 Fuß gefasst.
Am 27. Februar dieses Jahres, in vollem Licht des Nachmittags, in der Nähe von „La Piedra del Medio“, wo die Strömungen sehr stark sind, sinkt eine Barke, genannt „La Macura“, beladen mit Fahrzeugen. Dieses Ereignis verstärkte den Galuben an die Macht der Schlange über die Gewässer.

Monate nach dem tragischen Unfall, stellten die Firmenbesitzer von „La Macura“ einen Taucher ein, um eine Sondierung in die Tiefe des Flusses zu machen. Er sollte die genaue Lage der zusammengebrochenen Apparate und die Möglichkeiten einer Rettung bestimmen. Der Taucher kam wenige Minuten danach, aufgeregt und nervös, an die Oberfläche und berichtete, dass er von „La Macura“ nichts sehen konnte, denn unten sei ein eigenartiges Tier mit nur einem Auge, welches so groß wie eine „Casabe-Torte“ war.

Für die „angostureños“ (so werden die Einwohner von Ciudad Bolivar genannt) war das, das erste Mal, dass ein Mensch den direkten Kontakt – mit dem, was für sie für ein Mythos war – versichern konnte. „Die Schlange der sieben Köpfe“ – Die „Mucura“, die sich in der Tiefe des Orinokoflusses befindet.
Später nutzten die regionalen Rundfunk-Anstalten dieses Ereignis um ihre Hörerquote zu erhöhen. Ebenso kam es zur Intervention des Ozean Instituts der University of East (UDO). Durch den Einsatz von Ultraschall Sensoren konnte man erkennen, dass rund um den Stein eine trichterförmige Grube von rund 150 Metern Tiefe besteht – welche auch die mögliche Ursache für die starken Strömungen in diesem Bereich sein kann.
Ich beschloss dieses Geschehen bzw. den Mythos Die Schlange mit den sieben Köpfen nach den Erzählungen der Fischer und den Zeitungsberichten, in meiner Art von Kunst zu interpretieren.
Biografie:
- Cora, María Manuela de Cora, (1972) Mitos Aborígenes de Venezuela. Kuai.Mare, 2º edición,; Monte Ávila Editores Caracas
- Diccionario de la Historia de Venezuela, Fundación Polar. p.120 – 121.
Gilij, Felipe Salvador (1965) ensayo de historia Americana, Academia Nacional de Historia.. 3V. Caracas - Gumilla, José, (1963) El Orinoco Ilustrado y Defendido,: Academia Nacional de la Historia, Caracas
Unsere Autoren
Im Folgenden die Beiträge der Autorinnen, die sich bei uns vorstellen wollen
Maricela Botero-Sánchez (Kolumbien)

Die preisgekrönte Dichterin Maricela Sánchez Botero wurde 1977 in Medellin geboren. Derzeit macht sie an der Universität von Antioquia ein Praktikum als Sekretärin in einem medizinischen Institut, und betätigt sich als Mitglied der Bewegung der „Poetas del Mundo“, der „Dichter der Welt“, wobei die Art, wie sie die Welt definiert, sehr kontroversiell diskutiert wird, sie meint, Gesundheit und Poesie sind beide wichtig für das Leben, die eine für den Körper, die andere für die Seele.
Von erotischer Dichtung verführt, beschloss sie, selber solche zu schreiben, und blieb bei ihr. So schrieb sie das Buch Sueños de Piel, „Traum der Haut“, veröffentlicht 2003, und Con Sabor a Lujuria, „Geschmack an der Lust“, Erstausgabe 2008.
Zu ihren Lieblingsautoren zählen Gioconda Belli, Orietta Lozano, Emily Dickinson, Oriana Fallaci, Pablo Neruda, unter andere.
Frau Botero-Sánchez hat uns gestattet, hier drei ihrer Gedichte zu veröffentlichen. Es handelt sich dabei um wunderschöne Werke der erotischen Dichtkunst, die nicht übersetzt werden können, und mit denen wir uns besonders an die wenden, die Spanisch lernen oder es lernen möchten:
Loco deseo
Él: La besó, la apretó contra su pecho, penetró su piel, recorrió su cuello bajo a sus senos y bebió de sus jugos
Ella: Jadeaba se dejaba llevar por su desenfrenado sentir, hundía sus garras como de leona en celo en su espalda
Él: Se hundía en el bálsamo de su saliva y aliento, mordisqueaba cada milímetro se piel de carne ardiente
Ella: Lamía el sabor de macho furibundo que bañaba su cuerpo
Él: Deslizaba sus dedos por los caminos que el mismo dibujaba hasta llegar a lo montes húmedos de esa pasión desbocada
Ella: Su lengua parecía un puñal desafiante amordazaba cada rincón secreto que desencadenaba el loco deseo de estallar.
I
Acerca tu humedad
Lenta, profunda
Quémame con tu fuego
Penetra mi piel
Recorre mi sangre
Atraviesa mis huesos
Quédate en mí
Cuerpo
II
Y volvieron sus manos a Tocarme y su lengua a penetrar
Los laberintos de mi piel
Mientras mi deseo
Se desnudaba
Para
Ti
Maricela Botero Sánchez
(Tomado del libro “Con Sabor a Lujuria” editado 2008 todos los derechos reservados)
Literarische Veranstaltungen
Maricela Botero-Sánchez hat an einer Vielzahl von literarischen Veranstaltungen teilgenommen bzw. mitgewirkt:
- Drittes Treffen der Mujeres Poetas de Antioquia, Medelin, Antioquia, 2005
- IX Buchmesse für Gesundheit, von der Medizinischen Bibliothek der Medizinischen Fakultät der Universität von Antioquia organisiert, Medellin, 2006
- X Treffen der Poetas de la Zona Noroccidental, organisiert von Antioquia COMFENALCO, Medellin, 2008
- X Buchmesse für Gesundheit: Die Geschichte des Gesundheitswesens in der Medizinischen Fakultät der Universität von Antioquia, Medellín, 2008
- 1. Internationales Dichtkunstfestival der Nordwestzone, 2009
- XI Treffen der Poetas de la Zona Noroccidental, organisiert von Antioquia COMFENALCO-Medellin, 2009
- VII Treffen der Mujeres Poetas de Antioquia, Medellín, 2009
- Banquete erótico Fundación universitaria San Martín-Medellín, 2009
- XXV Treffen von Dichterinnen Kolumbien, Valle del Cauca Roldanillo, 2009
- 5. Internationales Treffen der Dichtkunst Octubre tras las huellas del poeta, Chile, 2009
- 5. Rezitation der Dichtkunst Florida, Valle del Cauca, 2009
- XII Treffen der Poetas de la Zona Noroccidental, organisiert von Antioquia COMFENALCO-Medellin, 2010
- II Festival mundial de Eco poesía, Tumbes, Perú 2010
Literatur in Österreich
Zwei unserer engagierten Mitarbeiterinnen haben versucht, kurz zu beschreiben, womit wir uns im Bereich österreichischer Literatur in weiterer Folge an dieser Stelle beschäftigen und unseren Mitmenschen aus Lateinamerika nahe bringen wollen.
Die ältesten erhaltenen Werke österreichischer Literatur stammen aus dem 10. Jahrhundert, Frau Ava ist die erste namentlich bekannte Frau, die in deutscher Sprache gedichtet hat.
Im Mittelalter entstanden neben Minnesang, Passionsspiele, Mysterienspiele, Heldenepos und das höfische Epos.
In der Barockzeit glänzte Österreich vor allem in Architektur und Malerei, weniger in Literatur. Geprägt ist diese Zeit durch den 30-jährigen Krieg, Türkenkriege, Pest. Zwei berühmte Persönlichkeiten aus dieser Zeit: der „liebe Augustin“ und Pater Abraham a Sancta Clara.
Im Vordergrund der Dichtung standen: Das Jesuitendrama, das Höfische Theater, die prunkvolle Oper, das Stegreifspiel, ebenso di sehr beliebte Hanswurstkomödie, deren Schöpfer Josef Stranitzky war.
Das barocke Volkstheater bildet eine der Grundlagen für das österreichische Biedermeier,deren Hauptvertreter sind: Heimatdichter Adalbert Stifter, auch Maler und Pädagoge mit den Werken: “Der Hochwald“ und „Der Nachsommer. Der Wiener Dramatiker Franz Grillparzer (1791-1872), der auch als österreichischer Nationaldichter bezeichnet wird mit den Werken: „Ahnfrau“, „Sapphho“, „Weh dem, der lügt“, usw.
Vertreter des Wiener Volksstücks: Ferdinand Raimund und Johann Nepomuk Nestroy, die geistvolle Possen, Besserungsstücke und Zauberkomödien schrieben und selbst spielten. Nestroy (1801-1862): „Einen Jux will er sich machen, „Die schlimmen Buben in der Schule“
Raimund (1870-1836): „Der Verschwender“, „Alpenkönig und der Menschenfeind“.
Zu den bedeutendsten Autoren des Spätrealismus zählen Peter Rosegger, Heimat-und Mundartdichter (1843 bis 1918) „Waldheimat“ und Freifrau Marie von Ebner-Eschenbach (1830 bis 1916) „Krambambuli“, „Das Gemeindekind“.
Zu dieser Epoche wollen wir hier besonders hinweisen auf Bertha von Suttner

Geboren 1843 in Prag und gestorben 1914 in Wien – war eine österreichische Pazifistin und Schriftstellerin. Eines ihrer bedeutendsten Bücher schrieb sie 1889 „Die Waffen nieder“. 1905 wurde ihr als erster Frau der Friendensnobelpreis verliehen.
Als „Jung-Wien“, oder „Wiener Moderne“ bezeichnete man ab 1890 eine lockere Gruppe junger Autoren, die sich um Hermann Bahr bildete. Die wichtigsten Vertreter waren:
Hugo von Hofmannsthal, Dramatiker und Lyriker, Mitbegründer der Salzburger Festspiele, Librettist, „Jedermann“, Arthur Schnitzler, Dramatiker und Erzähler, „Das weite Land“, „Leutnant Gustl“, „Fräulein Else“, Rainer Maria Rilke, Lyriker.
Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie begann die Suche nach Identität und neuem Selbstbewusstsein, Hinwendung zu neuen Ideen und Denkmodellen, was Niederschlag in den Werken der Literaten fand. Bekannte Schriftsteller: Franz Werfel: “Die vierzig Tage des Musa Dagh“, Franz Kafka: “Der Prozess“, „Das Schloss“, Stefan Zweig: „Die Schachnovelle“.
Der erste Weltkrieg hat sich auf die österreichische Literatur wenig ausgewirkt. Mit seinem Drama “Die letzten Tage der Menschheit“ reagiert Karl Kraus auf die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges.
Im 20. Jahrhundert erlebte die österreichische Literatur eine große Blüte. Bekannte Namen im Bereich der Lyrik und Prosa waren: Christine Lavant und Ingeborg Bachmann

Geboren 1926 in Klagenfurt ( Kärnten / Österreich) und gestorben 1973 in Rom. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Prosa-Schriftstellerinnen des 20. Jahrunderts. Das Spätwerk Bachmanns wird in der Frauenforschung als Paradigma „weiblichen Schreibens“ angesehen.
Beide Frauen sind Trägerinnen vieler Auszeichnungen. Dramatiker der Neuzeit sind: Thomas Bernhard, Peter Handke, Peter Turrini

Eine der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen: Elfriede Jelinek , erhielt als erste Österreicherin im Jahr 2004 den Nobelpreis für Literatur – für „den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“.