Kunsthandwerk – Ausdruck von Kultur und Identität Seit den frühesten Zeiten begleitet das
Kunsthandwerk die Geschichte der Menschheit. Materialien, Formen, Farben und
Techniken erzählen von der Umwelt, den Lebensbedingungen und den kulturellen
Traditionen einer Gesellschaft.
Von Generation zu Generation werden Wissen,
handwerkliche Fähigkeiten, Symbole und Bräuche weitergegeben. So entstehen
einzigartige Ausdrucksformen, die eng mit der Identität eines Landes und seiner
Menschen verbunden sind.
Ob Keramik, Textilien, Holzarbeiten, Schmuck,
Flechtkunst oder andere traditionelle Techniken – jedes handgefertigte Stück
erzählt eine Geschichte und bewahrt einen Teil des kulturellen Erbes.
Für Churúm-Merú ist Kunsthandwerk deshalb
weit mehr als ein Gebrauchs- oder Dekorationsgegenstand: Es ist eine lebendige
Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und eine wunderbare
Möglichkeit, Kulturen kennenzulernen und miteinander in Dialog zu bringen.
Kunsthandwerk in Österreich

Österreich verfügt über eine reiche und vielfältige
kunsthandwerkliche Tradition. Viele über Generationen weitergegebene Techniken
werden bis heute gepflegt, andere wurden in den vergangenen Jahrzehnten neu
entdeckt und wiederbelebt.
Je nach Region haben sich unterschiedliche
handwerkliche Schwerpunkte entwickelt. Keramik, Textil- und Holzarbeiten, Glas-
und Metallkunst, Porzellan, Flechtarbeiten, Instrumentenbau sowie kunstvoll
gestalteter Weihnachtsschmuck und traditionelle Krippen sind nur einige
Beispiele dieser Vielfalt.
Kunsthandwerk verbindet handwerkliches Können mit
Kreativität und kultureller Tradition. Dabei entstehen sowohl
Gebrauchsgegenstände als auch einzigartige künstlerische Arbeiten.
Regionale Märkte, Werkstätten und Veranstaltungen
tragen wesentlich dazu bei, dieses Wissen sichtbar zu machen und an kommende
Generationen weiterzugeben.
Churúm-Merú möchte Kunsthandwerkerinnen und
Kunsthandwerkern die Möglichkeit geben, ihre Arbeiten zu präsentieren und durch
persönliche Begegnungen den kulturellen Austausch zu fördern.
Kunsthandwerke
Als Kunsthandwerke, bezeihnen wir relativ leicht allgemein erlernbare Tätigkeiten, wie zum Beispiel Keramik-, Textil-, Papier-, Floristik- und Flechtarbeiten, aber auch das traditionelle Bemalen von Ostereiern.

Handwerkskünste
Als Handwerkskunst, wollen wir Arbeiten bezeichnen, die bereits eine spezielle Ausbildung und Anleitung erfordern, wie Instrumentenbau, Porzellanmanufaktur, Glas- und Metallkunst, aber die auch Herstellung unserer traditionellen geschnitzten Weihnachtskrippen.

Die Kunst des Krippenbaus in Österreich

Einige dieser Tätigkeiten gehören zu hoch spezialisierten Bereichen des Handwerks und erfordern eine fundierte Ausbildung und großes handwerkliches Können. In Österreich gibt es traditionsreiche Handwerkskünste von hohem Ansehen, darunter auch die Herstellung von Weihnachtskrippen.
Kunsthandwerk in Lateinamerika
Lateinamerika verfügt über einen außergewöhnlichen Reichtum an kunsthandwerklichen Traditionen, die die Geschichte, die kulturelle Vielfalt und die Lebensweisen der verschiedenen Regionen und Gemeinschaften widerspiegeln.
Viele dieser Techniken und Kenntnisse werden innerhalb von Familien und Gemeinschaften von Generation zu Generation weitergegeben. Aus natürlichen und regionaltypischen Materialien entstehen Textilien, Keramik, Holzarbeiten, Flechtwaren, Schmuck sowie zahlreiche dekorative Gegenstände und Gebrauchsgegenstände.
Eine besondere Bedeutung haben die Traditionen der indigenen Völker. Ihre Formen, Farben, Symbole und Techniken bilden einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes Lateinamerikas.
Kunsthandwerk ist jedoch nicht nur Ausdruck kultureller Identität. Für zahlreiche Kunsthandwerkerinnen, Kunsthandwerker und Familien stellt es zugleich eine wichtige Einkommensquelle und Lebensgrundlage dar.
Churúm-Merú möchte dazu beitragen, diese kulturelle Vielfalt sichtbar zu machen und durch die Begegnung mit Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern Brücken zwischen Lateinamerika und Österreich zu schaffen.

Besonders geschätzt wird das Kunsthandwerk von Guatemala, welches authentisches indianisches Handwerk darstellt und dennoch die Einflüsse verschiedener Kulturen in sich vereint. Dabei wird auch die indigene Gemeinschaft sehr gefördert und gestärkt.
Wir stehen mit verschiedenen Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern in Kontakt und möchten zugleich weitere Menschen mit besonderen handwerklichen Fähigkeiten einladen, ihre Arbeiten bei Churúm-Merú vorzustellen.

Kunsthandwerk in México
Die Pinatas

Die Piñata – Kunsthandwerk, Tradition und Fest
Die Piñata gehört heute zu den bekanntesten Traditionen Mexikos. Ihre Geschichte ist von unterschiedlichen kulturellen und religiösen Einflüssen geprägt und im Laufe mehrerer Jahrhunderte erhielt sie in Mexiko einen besonderen Platz bei zahlreichen Festen und Feierlichkeiten.
Besonders eng ist die Piñata mit den traditionellen Posadas in der Adventzeit verbunden. Die klassische Piñata hat häufig die Form eines siebenzackigen Sterns. In der christlichen Tradition wurden die sieben Spitzen mit den sieben Todsünden in Verbindung gebracht, während das Zerschlagen der Piñata die Überwindung des Bösen symbolisierte.
Auf diese Weise vereint die Piñata Kunsthandwerk, Tradition und Freude und ist zu einem unverwechselbaren Bestandteil der mexikanischen Festkultur geworden.
Aguinaldos
Bei den traditionellen mexikanischen Posadas werden auch sogenannte „Aguinaldos“ verteilt – kleine Päckchen mit Süßigkeiten und Naschereien, die besonders für Kinder bestimmt sind.
Der Begriff „Aguinaldo“ hat in Lateinamerika allerdings unterschiedliche Bedeutungen. In mehreren Ländern bezeichnet er auch traditionelle Weihnachtslieder und Weihnachtsmusik.
Artesanía – Venezuela
Lúdicos Ecológicos Kerepacupai Meru
Die Arbeiten von Lúdicos Ecológicos Kerepacupai Meru verbinden venezolanisches Kunsthandwerk mit Umweltbildung und der Vermittlung von Wissen über die Natur. Ein besonderes Beispiel sind die handgefertigten Spiele und Puzzles, deren Motive von der großen Vielfalt der venezolanischen Tierwelt inspiriert sind.
Schildkröten, Schmetterlinge, Fische und andere heimische Tierarten werden auf spielerische Weise dargestellt. Kinder entdecken dadurch nicht nur Formen und Farben, sondern lernen gleichzeitig die Tierwelt Venezuelas kennen und erfahren, wie wichtig ihr Schutz ist.
Die Idee hinter diesen Arbeiten besteht darin, Kreativität und Lernen mit dem Wissen über und dem Respekt vor der natürlichen und kulturellen Umwelt zu verbinden.
Der Künstler und Initiator Fritz Sanchez entwickelte gemeinsam mit seinem Team Spiele, die insbesondere Kindern ihre Umwelt näherbringen und ihr Interesse an der außergewöhnlichen Artenvielfalt Venezuelas wecken sollen.
Für Churúm-Merú ist dieses Projekt ein schönes Beispiel dafür, wie Kunsthandwerk zugleich Kultur vermitteln, zur Bildung beitragen und das Bewusstsein für den Schutz der Natur fördern kann.

„Venezolanische Tierwelt zum Zusammenbauen“
„Lúdicos Ecológicos“ ist der Name einer Serie von Arbeiten, deren Gestaltung auf der Tier- und Pflanzenwelt im Osten Venezuelas basiert. Sie zeigt Arten, die für Venezuela und Lateinamerika charakteristisch sind, und trägt dazu bei, die Lebewesen unserer Ökosysteme in Guayana, Venezuela und auf dem amerikanischen Kontinent bekannter zu machen und wertzuschätzen.






Fritz Sánchez, der Schöpfer dieser Spiele, hat gemeinsam mit seiner Partnerin Moy Rondón mehr als 100 Modelle der venezolanischen Tierwelt entwickelt, die heute zum Angebot der Werkstatt Kerepacupai Meru in Ciudad Bolívar im Bundesstaat Bolívar gehören.
Art Senges

Traditionen und Erinnerungen Venezuelas in Ton und
Malerei
Senges William Castillo wurde am 15. Mai 1956 in Caracas, Venezuela, geboren. Seine familiären Wurzeln liegen in Barlovento im Bundesstaat Miranda.
Das traditionelle Leben seiner Familie und die Erinnerungen an die Menschen und
den Alltag dieser Region wurden zu einer wichtigen Inspirationsquelle seines
künstlerischen Schaffens.
Als autodidaktischer Künstler entwickelte er seinen
eigenen unverwechselbaren Stil. In seinem Atelier Art Senges entstehen
Gemälde verschiedener Formate sowie Keramikarbeiten, in denen er Szenen des
venezolanischen Alltags, Traditionen und persönliche Erinnerungen festhält.
Besonders die Frauen seiner Familie und die
ländliche Lebenswelt Venezuelas spielen in seinen Arbeiten eine bedeutende
Rolle. Seine Figuren und Darstellungen sind nicht nur von Nostalgie geprägt,
sondern verstehen sich auch als Hommage an jene Menschen, die Traditionen und
kulturelle Werte von Generation zu Generation weitertragen.
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Warum die geneigte „Haltung“?
In den Figuren
Die besondere geneigte Haltung seiner Figuren wurde von der Virgen del Valle, der Schutzpatronin der Insel Margarita in Venezuela, inspiriert. Später erkannte der Künstler dieselbe Geste bei seiner Mutter wieder, wenn sie sich an vergangene Zeiten erinnerte und ihrer Sehnsucht Ausdruck verlieh.
So wurde diese Haltung zu einem charakteristischen Element seiner Arbeiten und zu einem Symbol für Erinnerung, Verbundenheit und Tradition.
In den Darstellungen
Die Frauen, die seine Kindheit besonders geprägt haben, waren seine Mutter und seine Schwestern. Ihre Zärtlichkeit, ihre Arbeit und ihre Lebensweise spiegeln für den Künstler die Lebenswirklichkeit vieler Frauen in kleineren Ortschaften und ländlichen Regionen Venezuelas wider.
Diese Erinnerungen hält er heute in Ton und auf Leinwand fest. Seine Werke sind jedoch weit mehr als Ausdruck von Nostalgie: Sie vermitteln Stolz und sind zugleich eine Hommage an die venezolanischen Frauen, die Traditionen und kulturelle Werte lebendig halten und von Generation zu Generation weitergeben.






Kunsthandwerk in Panama
Die Pollera – Tradition, Handwerkskunst und Identität
Die Kultur Panamas ist durch die Begegnung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und Traditionen geprägt. Indigene, europäische, afrikanische und weitere kulturelle Einflüsse haben im Laufe der Geschichte zur großen Vielfalt des Landes beigetragen. Diese zeigt sich in Musik, Tanz, Gastronomie, Festen und besonders eindrucksvoll in der traditionellen Kleidung.
Eines der bekanntesten Symbole Panamas ist die Pollera, die traditionelle Festkleidung der panamaischen Frau. Mit ihren aufwendigen Stoffen, Stickereien, Spitzen und Schmuckelementen ist sie nicht nur ein Kleidungsstück, sondern zugleich Ausdruck von Geschichte, handwerklichem Können und kulturellem Stolz.

Die Kunst der Herstellung
Die traditionelle Pollera besteht aus einer Bluse und einem weiten, reich verzierten Rock. Je nach Region und Anlass gibt es
unterschiedliche Ausführungen, Materialien, Stickereien und dekorative Techniken.
Besonders aufwendig gearbeitete Polleras können in sorgfältiger Handarbeit entstehen und verlangen großes handwerkliches Können.
Stickereien, Spitzen und andere Verzierungen machen jedes Kleid zu einem besonderen Werk traditioneller Textilkunst.
Zur vollständigen Festkleidung gehören außerdem Schmuck und kunstvoller Kopfschmuck. Das Zusammenspiel von Kleidung, Schmuck
und Frisur verleiht jeder Pollera ihren charakteristischen Ausdruck.
Die Pollera im gesellschaftlichen Leben
Die Pollera wird zu besonderen kulturellen, folkloristischen, religiösen und familiären Anlässen getragen. Bei Festen und traditionellen Tänzen entfaltet insbesondere der weite Rock seine besondere Wirkung.
In den verschiedenen Regionen Panamas haben sich unterschiedliche Formen und Ausführungen entwickelt. Dadurch erzählt die Pollera nicht nur von der Geschichte des Landes, sondern auch von seiner regionalen Vielfalt.
Bis heute wird das Wissen über ihre Herstellung, Gestaltung und Trageweise von Generation zu Generation weitergegeben. Die Pollera ist damit ein lebendiges Beispiel dafür, wie Kunsthandwerk kulturelle Erinnerung bewahren und zugleich Teil des heutigen Lebens bleiben kann.
Eine lebendige Tradition
Für Churúm-Merú ist die Pollera ein besonders schönes Beispiel dafür, wie sich Kunsthandwerk, Tradition und kulturelle Identität miteinander verbinden.
Ihre Farben, ihre handwerkliche Ausarbeitung und ihre Bedeutung im gesellschaftlichen Leben machen sie zu einem unverwechselbaren Ausdruck der Kultur Panamas.





